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Ideen für Energie- und Klimaschutzpolitik in Stegen werden konkret

In der zweiten Energiewerkstatt am 20. Juni 2017 kamen die Teilnehmer mit dem Ziel zusammen, die Maßnahmen aus der ersten Energiewerkstatt zu konkretisieren. Es ging darum, lokale Ansatzpunkte sowie lokale Akteure zu identifizieren, die dazu beitragen können, dass die Maßnahmen auch tat-sächlich später in Stegen umgesetzt werden können.

In der Energiewerkstatt I entwickelten die Teilnehmer zu den Themengebieten Mobilität, private Haushalte, Verwaltung und Erneuerbare Energien insgesamt knapp 50 Ideen für Klimaschutzmaß-nahmen. Aus jedem Themenbereich priorisierten die Teilnehmer die jeweils besten Ideen. Die vom Gemeinderat danach priorisierten Maßnahmen stellten die Basis für die Arbeit in der Energiewerkstatt II dar.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Energie- und Klimaschutzpolitik ist, dass sie von möglichst vielen lokalen Akteuren mitgetragen wird. Daher hat die Gemeinde Stegen alle Interessierten zur Mitgestal-tung am Klimaschutzkonzept eingeladen und wichtige Akteure wie z.B. Vereine, Betriebe, Kirchen oder Schulen gezielt angeschrieben. Trotz großer Hitze waren die Thementische gut besetzt, an denen die Teilnehmer die 22 priorisierten Maßnahmen weiterentwickelten. Nachfolgend sind zwei Maßnahmenbeispiele vorgestellt:

Ein Thema im Bereich Erneuerbare Energien war der weitere Ausbau von Photovoltaik auf Hausdächern in Stegen. Die Teilnehmer entwickelten gemeinsam die Idee, eine „PV-Börse“ einzurichten. In dieser sollen die noch freien Dachflächen, welche im privaten und öffentlichen Besitz sind, für den weiteren Ausbau zur Verfügung gestellt werden. Als lokale Akteure für die Umsetzung der Maßnahme identifizierten die Teilnehmer u.a. die Bauträger und Baugenossenschaften von Gebäuden.

Im Themenbereich private Haushalte arbeiteten die Teilnehmer die Maßnahme „Bürgerinformation“ weiter aus. Ziel der Maßnahmen soll sein, dass Nutzer von bestehenden Heizungsanlagen gemeinsam umweltverträgliche und kostengünstige Heizungslösungen umsetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Bürger über den CO2-Ausstoß ihrer Heizungssysteme aufgeklärt werden sowie bei Bedarf durch Energieberatungen von Fachfirmen unterstützt werden. Zur Umsetzung der Maßnahmen identifizierten die Teilnehmer örtliche Elektro- und Heizungsfirmen, Bürgergenossenschaften zur Beratung von Förderprogrammen sowie die Verwaltung Stegen als Akteure.

Im nächsten Schritt wird die von der Gemeinde beauftragte endura kommunal GmbH aus Freiburg aus den Ergebnissen der Energiewerkstatt Ⅱ einen Entwurf für das Stegener Klimaschutzkonzept entwickeln. Dazu werden die Maßnahmen fachlich bewertet, um weitere Maßnahmen ergänzt, die aus fachlicher Sicht in Stegen sinnvoll sind, Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt und kurz-, mittel- und langfristig umzusetzende Maßnahmen dargestellt. Dieser Entwurf des Klimaschutzkonzeptes wird dem Gemeinderat voraussichtlich am 19. September 2017 vorgestellt und Ende des Jahres zum Beschluss vorgelegt. Interessierte haben die Möglichkeit, an der Vorstellung des Klimaschutzkonzeptes in der öffentlichen Gemeinderatssitzung im September teilzunehmen. Nach dem Gemeinderatsbeschluss wird im Amtsblatt und im Internet über das Klimaschutzkonzept informiert.
 
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte (www.klimaschutz.de), die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Es wird durch den Projektträger Jülich - Forschungszentrum Jülich GmbH, Berlin, begleitet (www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen) .

Förderkennzeichen: 03K03577
Laufzeit: 01.10.2016 bis 31.12.2017
 
Der Nutzen eines Klimaschutzkonzeptes für Stegen ist groß:

1) Durch klare Ziele und die Umsetzung konkreter Maßnahmen leisten wir in den nächsten Jahren unseren Beitrag zu den nationalen Bemühungen, Energie einzusparen und Treibhausgasemissionen zu senken.

2) Vor Ort profitieren wir gesundheitlich und durch eine lebenswertere Umwelt von CO2-Einsparungen und neuen Mobilitätskonzepten, die weniger Abgase und Lärm verursachen.

3) Energieeinsparmaßnahmen und der Einsatz erneuerbarer Energien bedeuten Investitionen, die in lokale Bau- und Handwerksunternehmen fließen. So stärken wir die Wertschöpfung vor Ort.

4) Auch wenn weniger Geld für fossile Energieträger wie Heizöl ausgegeben wird steigt die regionale Wertschöpfung: es bleibt mehr Kapital in der Region.

5) Klimaschutzbemühungen sind außerdem ein wichtiger Faktor für die Außendarstellung unserer Gemeinde. Im Tourismus können wir diese gezielt einsetzen und neue Tourismuskonzepte entwickeln.
Meilensteine auf dem Weg zum Klimaschutzkonzept